Chinesische Medizin

Traditionelle Chinesische Medizin ( TCM )

Was ist chinesische Medizin?

Bekanntlich gilt in der Medizin der Grundsatz: Wer heilt hat Recht! Dennoch haftet den Behandlungswegen der östlichen Heilkunst vielfach noch immer die Aura des Fremden, geheimnisvollen, Rätselhaften an.

Die chinesische Medizin, kurz TCM, ist ein eigenständiges, ganzheitliches Diagnose – und Therapiesystem, das der Körper, Geist und Seele in unlösbarer Verbindung mit dem Universum sieht. Sie ist in ihrem Ursprungsland China ein wesentlicher Pfeiler der flächendeckenden medizinischen Versorgung. Dabei wird sie nicht als eine undifferenzierbare Volksmedizin, sondern als ein funktionstüchtiges Heilverfahren angesehen.

Seit über mehr als 2000 Jahren hat sich die traditionelle chinesische Medizin, kurz TCM, entwickelt. Sie beruht auf der Philosophie einer Kultur, die sich von unserer sehr unterscheidet und zwangsläufig hat sie ein ganz eigenes Verständnis vom Körper und von den Krankheitsprozessen entwickelt. In der TCM ist die ganzheitliche Betrachtungsweise der Krankheit von Bedeutung. Nicht das einzelne kranke Organ, sondern das ganze Krankheitsbild, das Wohlbefinden und die Seele des Patienten stehen im Vordergrund. Das einzelne kranke Organ wird in den ganzheitlichen Zusammenhängen betrachtet, beurteilt und entsprechend behandelt.

Terminologie

Die Terminologie der TCM formuliert eine Sichtweise, die uns zunächst sehr fremd ist, wenn sie etwa als Ursache von Krankheiten Feuchtigkeit, Wind, Trockenheit und Hitze nennt. Die TCM klassifiziert Krankheiten auch nicht in Bezug auf die uns geläufigen Körpersysteme, wie das Nervensystem oder das endokrine System. Nach der Philosophie der TCM wird der Körper als Ganzheit betrachtet und deutet Krankheiten als Muster der Disharmonie. Mit der Behandlung nach TCM bringt man den Patienten wieder ins Gleichgewicht und stellt somit die gesunde Harmonie wieder her.

Philosophie

Die Philosophie sagt auch, dass alle Nahrungsmittel frisch und naturbelassen sein sollen. Aber: Anders als bei uns lehnen die Chinesen zu viel Rohkost ab. Besser ist es, so viel wie möglich zu erhitzen. Rohes Gemüse oder Obst muss der Körper erst erwärmen und das ist Schwerstarbeit, kostet Energie und hemmt die Verdauung. Auch ein zu viel an Milchprodukten verschleimen den Körper und führen zu Wasseransammlungen, Schnupfen und Allergie. Bei Chronifizierung werden daraus Knoten bis hin zu bösartigen Tumoren.

In der Therapie strebt die TCM nicht an, die Krankheitsursache radikal zu beseitigen, sondern versucht vielmehr die Störung schonend auszugleichen und damit die Selbstheilungskräfte des Körpers zu fördern. Dieses Behandlungsprinzip eignet sich besonders gut bei chronischen Erkrankungen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Prävention, also dem Bemühen, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen.

Yin und Yang

In der chinesischen Weltanschauung kann man alles in Yin oder Yang einteilen, so auch den menschlichen Organismus. Die Vorderseite ist Yin, der Rücken ist Yang, die obere Hälfte ist mehr Yang als die untere. Ist das Gleichgewicht zwischen beiden gestört, sind Krankheiten die Folge.

Qi

Qi ist die Lebensenergie im Universum, die alles zusammenhält. Qi ist in der chinesischen Medizin der Schlüsselbegriff für die den Menschen antreibende Lebenskraft. Demzufolge ist heilen und gesundbleiben in China nichts anderes als die Kunst, mit dem Qi richtig umzugehen. Ist das Qi blockiert, wird man krank!

Meridiane

Unsere Lebensenergie zirkuliert auf zwölf Meridianen durch den Körper, die Yin und Yang zugeteilt und jeweils paarig angelegt sind. Man kann es sich so vorstellen, als hätte der Mensch ein Liniennetz über den ganzen Körper ausgebreitet. Die Linien verlaufen vorwiegend in Längsrichtung und verbinden die Füße und die Hände einmal mit der Brust, einmal mit dem Kopf. Von den Linien gehen allerlei Verzweigungen und Verbindungslinien ab, von denen einige ins Körperinnere und zu den Organen ziehen. Diese Linien stellen Ströme dar, Lebensströme oder Kraftströme, die die verschiedenen Teile des Körpers miteinander verbinden und bis tief ins Innere reichen.

Akupunkturpunkte

Auf diesen Meridianen gibt es nun unzählige Akupunkturpunkte, die je nach Krankheitsbild individuell gestochen werden. Bei der Behandlung werden die entsprechenden Akupunkturpunkte, die entlang der Meridiane liegen, durch einen sanften Reiz mit Akupunktur-Nadeln aktiviert. Die Akupunkturpunkte stehen mit einzelnen Organen und Organbereichen in Beziehung. Durch den Reiz werden die den Akupunkturpunkten zugeordneten Organe durch Regulierung von Qi zur Selbstheilung angeregt. Bei der Akupunktur wird also nicht das erkrankte Organ direkt behandelt, sondern der Meridian bzw. Akupunkturpunkt, dem das Organ zugeordnet ist.

Wirkung der Akupunktur

Für die Wirkung der Akupunktur wurden mittlerweile verschiedene Mechanismen erkannt. Hierzu gehören: Die Bildung von körpereigenen morphinartigen Substanzen (Endorphinen) und Nerven-Überträger-Substanzen (Neurotransmittern). Diese Substanzen wirken schmerzlindernd und psychisch entspannend.

Aktivierung von Mechanismen zur Schmerzkontrolle. Reize an bestimmten Stellen hemmen die Schmerzempfindlichkeit in einem Gehirnbereich. Reflexwirkung der Akupunktur. Durch Reizung von Akupunkturpunkten auf der Haut werden die diesen Punkten zugeordneten Organe beeinflusst. Die Freisetzung von Wachstumshormonen fördert die Regeneration im Gewebe z.B. der Gelenke.

Am Anfang steht die Diagnos

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Vor einer jeden Behandlung mit Akupunktur stehen eine ausführliche Erhebung des Gesundheitszustandes und die Stellung einer Diagnose. Der Weg zu einer Diagnose ist in der chinesischen Medizin grundverschieden von dem Vorgehen in der heutigen westlichen Medizin. Elementare Bestandteile sind etwa die Zungen- oder Pulsdiagnose.

Nebenwirkungen bei Akupunktur?

Bei richtiger Anwendung ist die Akupunktur praktisch nebenwirkungsfrei. In seltenen Fällen kann es zu einer vorübergehenden Kreislaufreaktion kommen, die durch Entfernen der Nadel behebbar ist. Auch kann es vorkommen, dass an einigen Punkten, die genadelt wurden ein kleiner Bluterguss entsteht.

Die Indikationen

Akupunktur kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden - nicht nur bei Schmerzen. Dies sind die wichtigsten, und in der Praxis häufigsten Anwendungsgebiete der Akupunktur:

Bei Krebsleiden zur Schmerzlinderung und Aktivierung der geschwächten Körperkräfte.

Moxibustion

Außer durch Akupunktur können die Punkte auch durch Wärme stimuliert werden. Dieses Verfahren nennt man Moxibustion, kurz Moxa. Moxa ist getrocknetes Beifußkraut.
Die Meridiane werden erwärmt und das Qi wird wieder zum fließen gebracht.
Die Wärme dringt auch in die Muskulatur ein, die Blutzirkulation wird stimuliert und auch auf die inneren Organe hat es seine Wirkung.

Bei der Moxibustion gibt es verschiedene Techniken. Entweder wird getrockneter Beifuß an der Akupunkturnadel angebracht und angezündet, so dass die Hitze von der Nadel in die Tiefe des Gewebes geleitet wird. Oder es werden Moxakegel eingesetzt. Besonders beliebt ist die Moxibustion bei Durchfall. Hier legt man auf den Bauchnabel eine Kompresse, darauf etwa Salz und den Kegel obenauf. Das Salz zieht überschüssiges Wasser aus dem Körper. Anstelle des Salzes gibt es auch die Möglichkeit mit Ingwerscheiben. Beliebt ist auch die Moxazigarre, wo man mit der sogenannten „ Vogelpickmethode „ gezielt die einzelnen Punkte erwärmen kann. Als Variante gibt es noch das Moxaöfchen. Man brennt das lose Kraut in einem Holzkästchen ab, indem sich ein Sieb befindet!

Schröpfen

Auch das Schröpfen gehört zur Chinesischen Medizin. Die Schröpfkopfbehandlung ist mind. 5000 Jahre alt. Sinn ist es, die Durchblutung und den Stoffwechsel anzuregen, Muskelverspannungen und Gelosen zu lösen. Schröpfen

Hierzu wird das Schröpfglas mit einem Vakuum versehen und auf die zu behandelnde Hautstelle gesetzt. Dies kann am Rücken der Fall sein, aber auch an jeder anderen Körperstelle wird dieses alte Verfahren eingesetzt.

Schröpfen wirkt nicht nur lokal, sondern auch reflektorisch auf erkrankte Organe. Dies geschieht durch die spezifische Reizung des Akupunkturpunktes. Dadurch wird Einfluß auf die inneren Organe genommen. Je nach Krankheitsbild wird „trocken“ oder „blutig“ geschröpft.

Akupunkturbehandlungen werden je nach Krankheitsbild einzeln oder kombiniert mit Moxa und oder Schröpfen behandelt.